
Potsdam
Die Destination stellt sich vor
Brandenburg
Über Potsdam
„Ohne Sorge“ – das ist die Bedeutung von Potsdams wohl berühmtestem Schloss Sanssouci. Aber es ist auch ein Gefühl, das an vielen Orte in der Landeshauptstadt Brandenburgs spürbar ist. Hier treffen prachtvolle Barockfassaden auf einladende Hinterhöfe. Internationale Kunst mischt sich unter lokale Straßenkultur.
Ob segelnd, paddelnd oder mit dem Motorboot – die Havel mit ihrer beeindruckenden Kulturlandschaft lockt immer wieder auf das Wasser. Sie offenbart überraschende Blicke auf das reiche UNESCO-Welterbe. Eine beachtliche Kulisse, die seit über 100 Jahren auch die nationale und internationale Filmindustrie inspiriert.

Was ist Deine Definition von Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit ist für mich kein Modewort, sondern ein Qualitätsversprechen. Es geht um einen ganzheitlichen Ansatz, der ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung miteinander verbindet. Nachhaltiges Handeln ist zukunftsweisend - und für mich alternativlos.
Nannette Neitzel (Prokuristin Personal & Organisationsentwicklung, Nachhaltigkeitsbeauftragte)

Warum ist Potsdam Nachhaltigkeit wichtig?
Nachhaltigkeit ist in der Tourismuskonzeption als zentrale Leitlinie der künftigen Entwicklung verankert und ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie der PMSG.
Ziel ist nicht nur touristische Vermarktung, sondern ein Tourismussystem, das ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen gerecht wird — also nachhaltige Wertschöpfung, Qualität der Angebote und Erhalt der Lebensqualität für Einheimische.
Durch nachhaltigen Tourismus will PMSG sicherstellen, dass der Tourismus langfristig tragbar bleibt — sowohl für Umwelt und Natur als auch für Bevölkerung und Wirtschaft.

Was sind Deiner Meinung nach die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit in Potsdam?
Auch wenn in Potsdam viele Nachhaltigkeitsthemen gleichzeitig auf uns einprasseln, lassen sich drei Herausforderungen besonders deutlich herausgreifen: Erstens steht unsere Natur – insbesondere die UNESCO-Parks – spürbar unter Druck: Klimaschäden wie die 80 % Baumschäden in Sanssouci und sensible Uferökosysteme fordern dringend mehr Schutz und Bewusstseinsarbeit. Zweitens belasten starke Besucherströme die Stadt: Saisonale Spitzen zwischen April und Oktober und das daraus entstehende Gefühl von Überfüllung in Teilen der Innenstadt sind echte Herausforderungen für Lebensqualität und Aufenthaltsqualität. Drittens haben unsere Partnerbetriebe sehr unterschiedliche Ausgangspunkte beim Thema Nachhaltigkeit – während einige bereits zertifiziert sind, stehen andere erst am Anfang, weil gemeinsame Kriterien und Kennzahlen gerade erst entstehen.
Diese drei Beispiele zeigen: Der Weg zur nachhaltigen Destination ist anspruchsvoll – aber genau deshalb so wichtig.
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Um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen, braucht es ein gemeinsames Vorgehen, das auf Bildung, Qualität und Kooperation setzt. Ein zentraler Baustein ist die Bildung und Vermittlung, etwa durch die Angebote und Kommunikationsarbeit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Gästen und Einheimischen vermittelt, wie sensibel Natur- und Kulturerbe tatsächlich sind. Gleichzeitig können Instrumente der Besucherlenkung – digitale Tools, Timeslots oder alternative Routen – dabei helfen, Ströme besser zu verteilen und Spitzenbelastungen zu reduzieren.
Für die Partnerbetriebe wird Qualifizierung entscheidend: Durch gezielte Schulungen, stärkere Netzwerkbildung und gegenseitiges Lernen im Austausch können Betriebe Schritt für Schritt Nachhaltigkeitsstandards erreichen. Zusätzliche Anreize, etwa über TourCert Qualified, motivieren Unternehmen, sich aktiv auf den Weg zu machen. Schließlich sorgt ein kontinuierlicher Wissenstransfer dafür, dass gute Beispiele nicht Einzelmaßnahmen bleiben, sondern die gesamte Destination stärken.
So entsteht ein gemeinsamer Lern- und Entwicklungsprozess, der Potsdam nachhaltig voranbringt.
Wie kann man diese angehen?

Warum beteiligt sich Potsdam an der Exzellenzinitiative?
Wir machen bei der Exzellenzinitiative mit, weil wir den Austausch mit anderen schätzen, die sich ebenfalls auf den Weg Richtung Nachhaltigkeit und Qualitätsentwicklung gemacht haben. Wir möchten hören, wie andere Herausforderungen angehen, was gut funktioniert – und was vielleicht nicht. Gleichzeitig bringen wir unsere eigenen Erfahrungen ein, teilen Wissen und Ideen und profitieren vom gemeinsamen Lernen.
Kurz gesagt: Wir glauben daran, dass man weiterkommt, wenn man sich vernetzt, offen bleibt, voneinander lernt und gute Ansätze miteinander teilt. Zusammen ist man weniger allein.
Was wünscht Du Dir für Potsdam für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass immer mehr verstanden wird, dass Tourismus kein Selbstläufer ist – er braucht Pflege, Zusammenarbeit und eine solide finanzielle Basis. Tourismusförderung sollte kein freiwillige Leistung sein, sondern zu den Pflichtaufgaben für eine Destination wie Potsdam zählen.
Tourismus soll Gästen und Einheimischen gleichermaßen zugutekommen und als das gesehen werden, was er ist: eine wirtschaftliche Kraft, die in Potsdam bereits heute zu den drittwichtigsten Wirtschaftsfaktoren zählt. Diese Bedeutung sollte stärker anerkannt und in Entscheidungen berücksichtigt werden.
Genauso wichtig ist mir, dass sich Nachhaltigkeit und Qualität dauerhaft durchsetzen und wir viele Partner auf diesem Weg mitnehmen. Wenn uns das gelingt, können wir gemeinsam eine starke Stimme in der Stadtgesellschaft werden – eine Stimme, die für Verantwortung, Miteinander und eine lebendige, zukunftsfähige Destination steht.
Hast Du Tipps für Destinationen, die nachhaltig(er) werden wollen?
Ja – und sie lassen sich im Grunde in vier einfache Gedanken fassen: planvoll vorgehen, gemeinsam handeln, Geduld haben und optimistisch bleiben.
Planvolle Ziele setzen:
Nachhaltigkeit gelingt nicht über Nacht. Es hilft enorm, klare Ziele zu definieren, Prioritäten festzulegen und regelmäßig zu prüfen, was funktioniert und was nicht.
Mit einer „Koalition der Willigen“ starten:
Man muss nicht sofort alle ins Boot holen. Fange mit den Partnern an, die wirklich wollen – mit denen, die Lust auf Veränderung haben. Sie werden später andere mitziehen.
Einen langen Atem haben:
Nachhaltige Entwicklung ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Manche Schritte sieht man erst später, manche Veränderungen brauchen Zeit. Das gehört dazu.
Optimismus behalten:
Es wird Rückschläge geben, aber es gibt auch viele kleine Erfolge. Und die machen Mut, weiterzugehen. Jede Destination, die sich auf den Weg macht, verändert etwas – für sich selbst und für alle, die dort leben oder zu Besuch sind.
Kurz gesagt: Klein anfangen, gemeinsam wachsen und dranbleiben. So entsteht nachhaltige Entwicklung, die wirklich trägt.

Aktuelle Erfolge / Best Practices
Zusammenarbeit mit Hochschulen - in unserem Fall der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)
Kontakt

Babelsberger Straße 26
14473 Potsdam


Nannette Neitzel
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Prokuristin Personal & Organisationsentwicklung, Nachhaltigkeitsbeauftragte
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nannette.neitzel@potsdam-marketing.de
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