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24.-28.10.2022 | Netzwerktreffen der Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele auf Juist


Wattenmeer bei Ebbe

Nach coronabedingter Pause im Jahr 2021 fand das Netzwerktreffen der Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele dieses Jahr wieder in Präsenz statt und kennzeichnete gleichzeitig die erste Netzwerkveranstaltung der Initiative nach Abschluss der LIFT-Förderphase. Die Veranstaltung stand unter dem diesjährige Themenschwerpunkt „Tourismus im Klimawandel“.


Vom 24. bis 25. Oktober sind touristische Vertreter*innen von mehr als 15 Reisezielen aus ganz Deutschland auf der Insel Juist für das jährliche Netzwerktreffen der Exzellenzinitiative Nachhaltig Reiseziel zusammenge-kommen, um sich über die Folgen des Klimawandels für die Branche sowie Strategien zur Bewältigung auszutauschen. Sie folgten damit einer gemein-samen Einladung der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH (TMN) in Zu-sammenarbeit mit der Ostfriesischen Inseln GmbH und der Kurverwaltung Juist sowie der Geschäftsstelle der Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele. Im Fokus standen vor allem die Ergebnisse des TMN-Projekts „Klimawandel anpacken – Anpassungsstrategien für den Tourismus in Niedersachsen“, Best-Practice-Beispiele örtlicher Akteur*innen sowie Updates aus der Netzwerk-arbeit der Exzellenzinitiative.

Teilnehmer*innen stehen zusammen und visualisieren das Thema Klimawandel
Gemeinsame Gruppenübung der teilnehmenden Destinationen visualisierten das Thema Klimawandel

Projekt: Anpassungsstrategien für den Tourismus in Niedersachsen

Erster Schwerpunkt der Veranstaltung war die Vorstellung des Projekts „Klimawandel anpacken“ der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH. Als erstes Bundesland hat Niedersachsen im Rahmen dieses Projektes flächen-deckend die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus untersucht und Lösungsansätze für Anpassungsmaßnahmen entwickelt.

Für die 15 niedersächsischen Reiseregionen wurde jeweils ein maßgeschnei-derter Werkzeugkasten entwickelt, der regionsspezifische Strategien zur Klimaanpassung beinhaltet. Zu den Werkzeugen zählen Klima-Factsheets und Klimawirkungsketten, die es ermöglichen, zentrale Klimarisiken für die jeweilige Region sowie Ansatzpunkte für ganz konkrete Anpassungsmaß-nahmen abzuleiten.

Teilnehmer*innen sitzen an Tischen in einem großen Raum und verfolgen eine Präsentation
Robert Wenzel, Qualitätsmanager Nachhaltigkeit TMN, stellt die Ergebnisse des Projektes "Klimawandel anpacken" der TMN vor.

Beispiele der örtlichen Tourismuspraxis

Um aufzuzeigen, wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Reiseland Nieder-sachsen und auf den Ostfriesischen Inseln gelebt werden, bekamen die Teilnehmer*innen im Laufe der Netzwerkveranstaltung außerdem zahlreiche Einblicke in die örtliche Tourismuspraxis. Durch interaktiven Austausch wurde aufgezeigt, wie sich die Nationalverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer gemeinsam mit Nationalparkpartner*innen für eine nachhaltige Entwicklung in der Region einsetzt, wie das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT Einheimische und Tourist*innen dazu animiert, Fragestellungen zum Klimawandel in ihrem Umfeld zu erkunden und wie die Kreativagentur curiopia über einen „Klima-Stups“ Gäste auf Juist für den Klimawandel auf der Insel sensibilisieren möchte. Auch von den Nachbarinseln gab es Input, so gab Michael Recktenwald, erfahrener Gastronom und Hotelier sowie Inhaber der Langeooger Bio Genuss Manufaktur, abschließend Impulse zur klimafreundlichen Gestaltung einer Speisekarte.

Direkte Einblicke vor Ort in die Tourismuspraxis der Leistungsträger*innen gab es für die Teilnehmenden am zweiten Veranstaltungstag außerdem über Be-triebsbesichtigungen im Hotel Achterdiek, Biohotel Haus AnNatur und dem Nationalpark-Haus Juist.

links stehen die Teilnehmer*innen um ein Model, rechts posieren die Teilnehemer*innen für das Foto vor einem Hotel
Besichtigung des Nationalpark-Haus Juist mit Leiter Jens Heyken (links), Besichtigung des örtlichen Betriebs Hotel Achterdiek mit Geschäftsführer Stefan Denzer (rechts)

Netzwerkarbeit mit Fokus Klimawandel

Neben den Praxiseinblicken durch die Gastgeber*innen sollte auch die Netzwerkarbeit der Exzellenzinitiative im Zentrum stehen, die sich im gesamten Jahr 2022 dem Themenschwerpunkt „Tourismus im Klimawandel“ widmet. Der Fokus liegt aktuell auf einem gemeinsamen Pilotprojekt zur Treibhausgasbilanzierung des Tourismus, für das sich zehn Destinationen unter dem Dach der Initiative zusammengeschlossen haben und das Ziel verfolgen, eine individuelle datenbasierte Entscheidungsgrundlage für die Ableitung von Klimaschutzmaßnahmen zu schaffen. Gemeinsam mit der vom Tourismusexperten Martin Balaš neu gegründeten Kreativagentur und Nachhaltigkeitsberatung reCET create.empower.transform ist die Gruppe dabei, den Bilanzierungsansatz der Bottom-Up Methode umzusetzen. Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde vom aktuellen Umsetzungsstand berichtet, für den konkrete Ergebnisse im Frühjahr 2023 erwartet werden.

Die Teilnehmer*innen stehen im Watt als Gruppe zusammen
Eine gemeinsame geführte Wattwanderung rundete das Rahmenprogramm ab

Cilia Mayer, Koordinatorin der Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele, zieht Bilanz: „Die erfolgreichen Beispiele von Juist und aus ganz Niedersachsen sind motivierend und zeigen einmal mehr, dass es sich lohnt, die Themen anzupacken. Die Bewältigung des Klimawandels ist eine große Aufgabe, aber unsere Partner-Destinationen haben sich auf den Weg gemacht. Als Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele können wir begleitend Hilfestel-lungen leisten, Pilotprojekte anbahnen, Austauschformate schaffen und damit die klimafreundliche Entwicklung des Tourismus in Deutschland gemeinsam forcieren.“

 

Quelle: Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele

Bildquelle: Sollermann, pixabay und Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele