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Spagat zwischen Höhlenschutz und Tourismus



Ein spezifisches Thema – aber auf andere Naturnutzungen übertragbar – ist der Höhlenschutz im Naturpark Fränkische Schweiz. Das dortige Höhlenkonzept versucht den Spagat zwischen Naturschutz und Tourismus.


Für den Naturschutz sind Höhlen Winterquartiere für Fledermäuse, Lebensraum für eine umfangreiche Kleinfauna und für spezialisierte Pflanzen, Klima-Archive und vorgeschichtliche Siedlungsplätze. Die Höhlen sind aber auch beansprucht durch intensive Befahrungen, Ablagerung von Müll, Ruß, mechanische Zerstörung, Bodeneingriffe und Raubgrabungen oder Farbschmierereien.


Allein im Naturpark Fränkische Schweiz gibt es etwa 2.000 Naturhöhlen – eine große Aufgabe für den Naturschutz. Das Besuchermonitoring an einer großen, unerschlossenen Höhle hat gezeigt, dass individuelle Besucher*innen sowie freie Gruppen – im Gegensatz zu geführten – die größten Probleme bereiten. Daraufhin wurde ein Konzept entwickelt, das sowohl den optimalen Schutz der Höhlen gewährleisten als auch die Ansprüche einzelner Besucher*innen, Gruppen und touristischer Akteur*innen zufriedenstellen soll. Es sieht sowohl Maßnahmen zur Schaffung von „Freizeithöhlen“ vor (zum Beispiel zum Feiern), gleichzeitig aber auch die Reglementierung der Befahrung von anderen Großhöhlen. Der Zugang wird so auf bestimmte Höhlen beschränkt, geeignete Tourismusanbieter*innen sollen zu „Partnern des Naturparks“ werden.


Führungen sollen nur noch durch geprüftes Personal erfolgen. Die Umsetzung des Höhlenkonzeptes wurde über eine intensive Vernetzung mit den Akteur*innen aus Naturschutzbehörden, Tourismusbüros, Höhlenforschung, Forstbehörden, Naturschutzverbänden und Eventanbietern realisiert. Zentrale Schnittstelle dabei war und ist das Informationszentrum des Naturparks.


Um mehr über den Naturpark Fränkische Schweiz zu erfahren, klicken Sie hier.



In diesem Praxisleitfaden des Ö.T.E. finden Sie weitere interessante Themen und Praxisbeispiele. Klicken Sie hier, um zum Praxisleitfaden zu gelangen.


Ö.T.E. – Ökologischer Tourismus in Europa e.V. (2013). Praxisleitfaden Tourismus & biologische Vielfalt: Umsetzungsstrategien zur erfolgreichen Förderung von Naturtourismus und Entwicklung von Naturerlebnis im Tourismus.